Region Grabs Buchs Sevelen

Jahresbericht FG GRABUS 2017

Schon wieder ist die Zeit der Jahresabrechnung und Jahresberichte gekommen, wir dürfen bereits das 10. Geschäftsjahr der Forstgemeinschaft Grabus abschliessen. Einmal mehr ist das vergangene Jahr unglaublich schnell vergangen, doch auch ein Zeichen, dass die Arbeitstage voll ausgefüllt waren. Aufgrund der schwierigen Finanzlage in der Waldbewirtschaftung sind wir sehr froh, konnte auch wieder ein schöner Anteil Drittarbeiten ausführt werden.

Die Witterung ist natürlich ein ständiges Thema, sind doch unsere Arbeitsplätze draussen, teilweise auch in schwierigem Gelände. Von grösseren Schäden am Wald und Strassen blieben wird im vergangenen Jahr glücklicherweise verschont. Auch beim Sturmtief Burglind vom 3. Januar 2018 kamen wir mit einem blauen Auge davon. Wesentliche Windwurfschäden im Wald mussten einzig in Grabs im Schwendiweg- und Bannwald verzeichnet werden. Vereinzelt umgeworfene Bäume gab’s schon im ganzen Waldgebiet, auch waren einige Strassen aufgrund von Windwurfschäden vorübergehend gesperrt. Wir schätzen total im Grabus-Waldgebiet rund 1‘000 m3 Windwurfholz.

Bei mehreren Stürmen im Laufe des Jahres wurden im Siedlungsgebiet immer wieder Einzelbäume entwurzelt, abgebrochen oder angestützt. Die grössten Schäden verursacht Burglind im Dorf Sevelen. Natürlich sind wir da gerne bei den Aufräumarbeiten behilflich, verfügen wir doch über nötige Maschinen und erfahrene Mitarbeiter, um auch gefährliche Bäume sicher zu entfernen.

Die finanzielle Situation in der Waldbewirtschaftung ist weiterhin schwierig. Die Holzpreise sind trotz gestiegenem Eurokurs und reger Bautätigkeit weiterhin tief.

Ohne Beiträge von Bund und Kanton an die Jungwaldpflege, Schutzwaldpflege und Biodiversitätsmassnahmen (Sonderwaldreservat Moosbühel) ist in unserem Gelände die Waldbewirtschaftung grösstenteils nicht finanzierbar.

Holznutzung 2017, FG GRABUS bei Ortsgemeinden Grabs, Buchs, Sevelen

HolzsortimenteTotal m³
Nadel-Stammholz2020
Laub-Stammholz184
Nadel-Brennholz lang132
Laub-Brennholz lang946
Nadel-Schnitzelholz Kronenmaterial829
Laub-Schnitzelholz Kronenmaterial1011
Gantholz liegend/Haufen262
Total Nutzung5384

Ein grosses Sorgenkind in der Vermarktung bleibt das Energieholz. Die tiefen Erdöl- Gas- und Strompreise verdrängen weiterhin erneuerbare Energien auf dem Markt. Energieholz fällt bei der Waldbewirtschaftung als Nebenprodukt an, leider in wesentlich grösserem Umfang als der regionale Energiemarkt nachfragt. Wie unsere alljährliche Nutzungsstatistik ausweist, macht Energieholz (in langer Form, Stückholz, Hackholz) um 60% der anfallenden Holzmenge aus. Zudem fallen zusätzlich aus Alpholzerei und Gartenholzerei alljährlich einige hundert Kubikmeter Holz zur Verwertung als Schnitzelholz an. Nachfolgende Grafik zeigt die Verkaufssortimente beim Energieholz nach Mengen pro Jahr auf.

Wie die Grafik zeigt, können wir heute den kleineren Anteil des anfallenden Brennholzes in der Region vermarkten. Es hat die letzten 10 Jahre auch eine markante Veränderung stattgefunden:

  • An regionale Kunden wird Brennholz in verschiedenen Sortimenten verkauft: dürres Stückholz, Brennholz in Stammform ab Wald oder vors Haus geliefert, an der Holzgant als Haufen oder gefällt im Wald, sowie ab Stock zum selber Aufrüsten. Diese Sortimente sind tendenzmässig leicht rückläufig, analog zur auch rückläufigen Anzahl Stückholzheizungen. Diese Sortimente betragen im Durchschnitt jährlich 1‘743 m3 Buchenbrennholz.
  • Holzschnitzel an Heizungen in Grabs, Buchs und Sevelen sind seit 2010 um rund die Hälfte zurückgegangen auf knapp 500 m3 Holz oder 1‘400 m3 Schnitzel pro Jahr. Dies aufgrund der Erschliessung von Grabs durch die Fernheizungsleitung der VfA und der damit nicht mehr erneuerten Schnitzelheizungen.
  • Ab 2012 nahm der Verkauf von Schnitzelholz ausserhalb der Region massiv zu, beträgt rund 2‘300 m3 Holz oder 6‘440 m3 Schnitzel pro Jahr. Einerseits fallen aus Sicherheitsholzerei, Alpholzerei und Gartenholzerei vermehrt grössere Holzmengen an, welche nur als Energieholz verwertbar sind. Andererseits zwingt uns der rückläufige Verbrauch in der Region zum Verkauf in auswärtige Kanäle. Dies sind vor allem grössere Heizkraftwerke mit ganzjährigem Bedarf. Aufgrund des allgemeinen Überschuss an Schnitzelholz ist die Preisbasis der Verkaufspreis franko Heizwerk. Daraus resultiert bei längeren Transportwegen leider ein entsprechend tieferer Erlös für den Forstbetrieb.

Wie eingangs erwähnt, sind die Drittarbeiten ein sehr wichtiges Standbein für uns. In Gartenholzerei konnten wir rund 1‘100 Arbeitsstunden leisten. Im Naturierungsprojekt Werdenberger Binnenkanal fielen mit Aufforstungen und Pflegearbeiten wieder rund 1‘300 Std. Arbeitsaufwand an.

Für die Ortsgemeinden und Politischen Gemeinden durften wir wieder Strassenunterhalt, Sicherheitsholzereien, Pflegearbeiten in Bachböschungen und Biotopen und auch Neophytenbekämpfung als verrechenbare Drittarbeiten ausführen. Dies machte total rund 1/3 aller unser produktiven Arbeitsstunden aus!

Vor allem dank dieser umfangreichen Drittarbeiten dürfen wir auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr zurückblicken. Leider festigt sich die Tendenz, dass das finanzielle Ergebnis besser wird, je weniger wir in der eigentlichen Waldbewirtschaftung und Holzernte tätig sind! Diese Tatsache macht uns Förster und auch unseren Forstwarten etwas Kummer, gehört doch die Waldbewirtschaftung mit Holznutzung und Pflege zu unserem Kerngeschäft.

Wir sind jedoch auch dankbar, dass wir trotz dieser schwierigen Ertragslage eine sehr gute Arbeitsauslastung erreichen können. Wir schätzen auch sehr, dass wir von den Ortsgemeinden und Politischen Gemeinden in Grabs, Buchs und Sevelen als kompetenter „Partnerbetrieb“ wahrgenommen werden!

Wir möchten uns herzlich bei allen treuen und neuen Kunden bedanken und freuen uns auf weitere gute Zusammenarbeit.

Grabs, 16. Januar 2018; Andreas Eggenberger, Betriebsleiter FG GRABUS


Sicherheitsholzerei/Gartenholzerei:

Grosse Bäume im Siedlungsgebiet können oft nicht klassisch gefällt werden. Entweder werden solche Bäume durch unsere Kletterspezialisten abgestückt oder mit einem Kran herausgehoben.

Sturmholz Burglind

Öffentliche Strassen im Berggebiet sind bei Sturm gefährdet durch umstürzende Bäume und vorübergehende Sperrungen aus Sicherheitsgründen können nötig sein.

Schutzwaldpflege

Im Ausserholz, Sevelen, pflegten wir mit unserem Mobilseilkran eine grössere Waldfläche. Dies ergab mit 6 Seillinien rund 700 m3 Durchforstungsholz, davon nur als Holzschnitzel verwertbar 372 m3 Holz oder 1044 m3 Schnitzel.

WBK Pflanzung

Pflanzarbeiten am Naturierungsprojekt Werdenberger Binnenkanal. Total wurden 9830 Bäume und Sträucher gepflanzt, dabei auch 16 grössere Alleebäume entlang des Gewässerlaufes