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Jahresbericht 2009

Jahresbericht FG GRABUS 2009


Den Start ins 2. Betriebsjahr traten wir mit etwas unsicherem Gefühl an. Die Holzpreise befanden sich im Sog der weltweiten Wirtschaftskrise im Sinkflug mit unbekannter Landehöhe. Obwohl ein rechter Anteil unseres Arbeitsumfang ausserhalb des eigentlichen Waldes liegt, machen die Erlöse aus der Holzernte doch etwa 40% des Gesamtertrages aus. Tiefere Holzpreise können auch kaum durch tiefere Kosten bei der Holzernte kompensiert werden, sind doch die Lohn-, Treibstoff- und Maschinenkosten mehr oder weniger fixe Grössen. Vor allem das Fichten- und Tannenrundholz erlitt Preiseinbussen bis Fr. 20.00/m3, erholte sich aber im Herbst wieder um etwa Fr. 10.00/m3.
Zusätzlich zu diesen marktbedingten Preisrückgängen kämpften vor allem die exportorientierten Grosssägereien mit massiven Absatzproblemen. Erfreulicherweise verzeichnete das regionale Baugewerbe keinen bedeutenden Umsatzrückgang. Auch unser Hauptkunde für Fichten- und Tannenrundholz, die Sägerei Lippuner in Gams, kaufte laufend Rundholz im normal Mengenumfang. So konnten wir unsere eher zurückhaltende Holznutzung laufend verkaufen, was im vergangenen Jahr zeitweise nicht selbstverständlich war. Die gesamte Holznutzung in den Wäldern der Ortsgemeinden Grabs, Buchs und Sevelen betrug 2009 im Rahmen der Vereinbarung Kauf ab Stock total 6'206 fm Holz.
Die geringere Holznutzung konnten wir mit Arbeiten für Private, Gemeinde, Projektarbeiten und Naturschutzmassnahmen kompensieren. So ergab sich gesamthaft eine sehr gute Arbeitsauslastung unserer Mitarbeiter. Dies trug schlussendlich auch zum sehr erfreulichen Rechnungsergebnis 2009 der FG Grabus bei. Der erzielte Gewinn von Fr. 28'524.00 erlaubt uns eine schnellere Rückzahlung der von den 3 Ortsgemeinden übernommenen Inventarwerte an Fahrzeugen und Maschinen. Aus der Gründung der FG Grabus bestehen noch rund Fr. 383'000.00 Schulden bei den Mitgliedern.


Das vergangene Forst-Jahr war recht geprägt von Natureinflüssen. Ende Januar warf eine Orkanböe in Sevelen und Buchs in tieferen Lagen rund 250m3 Buchenholz. In Grabs entwurzelten die Winterstürmen im Chaltenbach rund 500 m3 Fichtenholz. Im Sommer fällte ein lokaler Sturm im hinteren Grabserwald (Grenznähe Wildhaus) rund 1'000 m3 Holz.
Auch verschiedene Strassen wurden durch heftige Gewitterereignissen in Mitleidenschaft gezogen; Schwerpunktmässig im Flat (Buchs), beim oberen Tobel (Sevelen), Gamperfin und Ischlawitz (Grabs).
Ein rechter Anteil am Arbeitsumfang machten auch Waldpflege- und Naturschutzprojekte aus. So führten wir wieder einen grösseren Holzschlag im Landschaftsprojekt Waldränder der Politischen Gemeinde Grabs aus. Das Wiederherstellungsprojekt Lotharschäden in Grabs steht langsam vor dem Abschluss. Nach einer etwas grösseren Ausführungsetappe 2009 sind für die kommenden letzten 2 Projektjahre noch vor allem Pflegearbeiten und Wildschutzmassnahmen vorgesehen. Im Sommer konnten auch die ersten Arbeiten im neu vertraglich geregelten Sonderwaldreservat Moosbühel Grabs in Angriff genommen werden. Hier sind vorwiegend Waldrandpflege und Auflichtungsholzschläge geplant.
Ein Dauerthema ist auch die gebietsweise recht hohe Verbiss- und Schälbelastung durch Rotwild in Grabs und Buchs. Im Rahmen der Umsetzung der Schutzwaldpflegemassnahmen stossen wir dadurch immer wieder an waldbauliche Grenzen. Auch sind die finanziellen Mittel für Schutzwaldpflege beschränkt. Aus Sicht des Forstbetriebes und des Waldbesitzers können wir nur finanzierbare Massnahmen realisieren. Mittelfristig entstehen leider in einigen Schutzwaldgebieten speziell in Grabs unstabile Verhältnisse.

Mit den politischen Gemeinden Grabs und Buchs durften wir wieder eine recht umfangreiche Zusammenarbeit weiterführen. Während wir in Buchs die Bauamtsgruppe unterstützen dürfen bei Mitarbeiterengpässen, führen wir in Grabs unter anderem auch selbständig Bachböschungspflegearbeiten und den Unterhalt der Erholungsanlage Egeten aus. Dies sind optimale Ergänzung zu unseren Waldarbeiten. Unsere Mitarbeiter bringen die notwendigen Fähigkeiten mit und die saisonale Auslastung aus den Waldarbeiten ergänzt sich auch recht gut.

Ich möchte all unseren Kunden, sowie den Politischen Gemeinden und Ortsgemeinden von Grabs, Buchs und Sevelen für das entgegengebrachte Vertrauen herzlich danken. Es freut uns sehr spüren zu dürfen, dass die Forstgemeinschaft Grabus als Nachfolgebetrieb der vorherigen 3 Forstbetriebe erkannt wird und auch anerkannt ist.
Wir sind uns auch bewusst, dass unser Betriebserfolg recht stark von der positiven Waldgesinnung der Ortsgemeinden und Politischen Gemeinden abhängt. Zusammen arbeiten wir gerne weiterhin an der Zielsetzung, eine möglichst kostengünstige Sicherstellungen der Waldleistungen zugunsten der gesamten Bevölkerung erreichen zu können.

Grabs, 29. Januar 2010

Andreas Eggenberger, Betriebsleiter FG GRABUS





Forstwartlehrling Christian Stricker beim Fällen einer starken Douglasie


Projektwoche der Bildungswerkstatt Bergwald: Banklehrlinge arbeiten im Sonderwaldreservat Moosbühel.


Die häufigen Gewitter hinterliessen Spuren an den Naturstrassen. Grabus unterhält im Auftrag der Ortsgemeinden Grabs, Buchs und Sevelen über 100 km Wald- und Alpstrassen.


Wieder durften zahlreiche Gartenholzerei und Spezial-Fällarbeiten ausgeführt werden.